Die Themen des aktuellen Hefts

Bedingung für Frieden

  • Das Thema

    Volksfrömmigkeit

  • Im Wortlaut

    Dienst und Diener

    Helfen und heilen

  • Römische Notizen

    Volksfest im etwas anderen Viertel Roms

  • Heilige des Monats

    Maria Magdalena

  • Wort für den Weg

    Gottes Umarmung

Editorial des aktuellen Hefts

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Papst

„Und die Menschen folgen Jesus, hören ihm zu, weil er auf neue Weise spricht und handelt, mit der Autorität dessen, der authentisch und konsequent ist; der die Wahrheit spricht und tut ( … ) Und die Menschen preisen Gott mit Freude.“ So predigte Papst Franziskus zum Fronleichnamsfest 2013, und so wird es wieder sein, wenn sich am 19. Juni Tausende Gläubige zu bunten und würdevollen Fronleichnamsprozessio nen aufmachen. Diese Prozessionen zählen zu den sichtbarsten Zeichen unserer Volksfrömmigkeit, die Papst Franziskus so sehr am Herzen liegt. Sie sind im besten Sinne eine Demonstration des Glaubens – eine, die den Glauben lebendig hält und weiterträgt.

Den Glauben lebendig halten und weitertragen, das wollen auch wir mit „Gemeinsam glauben“. Von Burkhard Menke habe ich die schöne Aufgabe übernommen, Ihnen künftig mit Gudrun Sailer und Stefan von Kempis die Texte und Impulse des Papstes zu präsentieren. Ich freue mich darauf: Franziskus selbst ist ja einer, der „auf neue Weise spricht und handelt“.

Herzlichst, Ihr André Lorenz

Der neue Papst in Text und Bild

Stefan von Kempis: Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Franz von Assisi hatte einen Traum, in dem Gott zu ihm sagte: „Baue meine Kirche wieder auf!“ Und in der Tat war es die franziskanische Bewegung, die die Kirche in vielen Zerreißproben lebendig hielt, die Ernst machte mit dem Glauben, in großer Liebe zu den einfachen und armen Menschen und zur Schöpfung. Dass der neue Papst sich diesen Namen gegeben hat, den vor ihm kein Papst trug, darf man als Programm verstehen und als Signal für den ersehnten Neuanfang. Dass in vieler Hinsicht die Kirche wieder aufgebaut werden muss, hat auch Benedikt XVI. gewusst, spätestens seit er durch den Bericht der drei Kardinäle über Intrigen und Seilschaften im Vatikan erkennen musste, dass seine Kraft allein nicht reichen würde, der Kirche die nötige Glaubwürdigkeit zurückzugeben, wenn die, die ihn eigentlich unterstützen sollten, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Dass das Konklave so überraschend schnell zu Ende ging, zeigt, dass die Kardinäle in den vorausgehenden Beratungen die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse gezogen haben. Sie holten einen Mann, der Erfahrung in der Leitung einer großen Diözese und des damit verbundenen Apparates hat und der vor allem von außerhalb der Kurie kommt. Der also nicht verstrickt ist in das System aus Gefälligkeiten und offenen Rechnungen, Parteiungen und Seilschaften.

Franziskus I. sieht sich als Bischof, gemeinsam unterwegs mit dem Volk Gottes. Vor dem Hintergrund der Umstände der Wahl darf man das als Kritik am römischen Zentralismus und damit auch als Ansage an die Kurie verstehen. Er hat verstanden, dass die Menschen der Kirchenleitung wieder vertrauen müssen und dass auch die Kirchenleitung den Menschen vertrauen muss. Auch seine Bemerkung, dass die Kardinäle den neuen Pontifex „vom Ende der Welt“ holen mussten, darf man wohl so lesen: von möglichst weit weg von der Kurie, damit ein Neuanfang möglich wird. Benedikt XVI. hatte es versucht, und seine Kräfte haben nicht gereicht. Wünschen wir Papst Franziskus, dass er die Kraft hat, sich gegen erwartbare Widerstände durchzusetzen und zudem die im letzten Jahrzehnt entstandene Totalidentifikation von Amt und Person zu ertragen. Dieser neue Papst, der die Menschen mit „Guten Abend“ begrüßte und sich mit „Gute Nacht“ verabschiedete, erinnert in seiner Einfachheit an Johannes XXIII. Darin, dass er als Erstes ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du Maria für seinen Vorgänger betete, dass er am Anfang des „gemeinsamen Wegs“ um das Gebet der Gläubigen bat und um ihren Segen, bevor er sie segnete, zeigt sich ein liebenswürdiger und großartiger Mensch, der hoffen lässt.

Nach der Papstwahl 2005 wurde gesagt, dass Kardinal Bergoglio die zweitmeisten Stimmen gehabt und durch seinen Rücktritt den Weg für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. frei gemacht habe. Nun hat Benedikt XVI. durch seinen Rücktritt den Weg frei gemacht für Jorge Mario Bergoglio/Franziskus I. Darin zeigt sich nicht nur, dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Noch vielmehr zeigt sich darin, dass sie immer wieder in der Geschichte, so wie jetzt, auf fast unerklärliche Weise und wohl auch ein bisschen mit der Hilfe des Heiligen Geistes imstande ist, eine unglaubliche Kraft zur Reform und zum Neuanfang aufzubringen.

Burkhard Menke



Stefan von Kempis: Franziskus I. Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
156 Seiten, gebunden, zahlreiche Fotos, durchgehend vierfarbig
€ 19,99 / SFr 28.90 / €[A] 20,60
ISBN 978-3-451-33408-5
Ein Gemeinschaftsprojekt des Verlags Herder und der Verlagsgruppe Weltbild

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  • August

    Genau 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs schauen wir auf Papst Franziskus und seine Vorgänger als unermüdliche Mahner für den Frieden und beleuchten die diplomatische Rolle des Vatikans in internatio nalen Friedensbemühungen.