Die Themen des aktuellen Hefts

Es ist nötig, sich beständig zu erneuern

  • Das Thema

    Neuer Wein in neuen Schläuchen

  • Im Wortlaut

    Franziskus in Mexiko

  • Römische Notizen

    Erben und Erneuerer

  • Heiliger des Monats

    Begnadeter Prediger

  • Wort für den Weg

    Empfangt den Heiligen Geist!

Editorial des aktuellen Hefts

Liebe Leserinnen und Leser,

Papst

Sie können es vielleicht nicht mehr hören: Alles neu macht der Mai, jaja …Was so abgedroschen klingt, ist für uns Christen von großer Bedeutung. Papst Franziskus weist darauf immer wieder hin. Für ihn ist „Erneuerung“ keineswegs nur ein institutioneller oder personalpolitischer Vorgang. Auch, zum Beispiel in Bezug auf eine Reform der Kurie. Vor allem aber ist für ihn Erneuerung ein geistiggeistlicher Prozess, der beim Einzelnen beginnt und von dort aus in die Gemeinschaft ausstrahlt. Dazu gehört zum Beispiel das richtige Verständnis vom Christsein als Dienst am Nächsten und an Gott. Vor allem aber gewährleistet allein die Erneuerung die Dynamik, die jedes individuelle Leben wie auch das Leben der Kirche prägen soll. Denn eine Kirche, die sich nicht ständig erneuert, die eben keine „Ecclesia semper reformanda“ ist, erstarrt – Stefan von Kempis spürt dem Erneuerungs- Gedanken ab Seite 2 nach. Gudrun Sailer wiederum beschreibt in ihren „Römischen Notizen“ die Herkunft päpstlicher Insignien, wie immer spannend und überraschend. Ich wünsche Ihnen damit und den anderen Geschichten eine schöne Lektüre und von Herzen eine „gute Erneuerung“!

Ihr
Simon Biallowons




Aktuell: Auswertung unserer Umfrage zum Thema "Buße" (PDF)

Der neue Papst in Text und Bild

Stefan von Kempis: Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Franz von Assisi hatte einen Traum, in dem Gott zu ihm sagte: „Baue meine Kirche wieder auf!“ Und in der Tat war es die franziskanische Bewegung, die die Kirche in vielen Zerreißproben lebendig hielt, die Ernst machte mit dem Glauben, in großer Liebe zu den einfachen und armen Menschen und zur Schöpfung. Dass der neue Papst sich diesen Namen gegeben hat, den vor ihm kein Papst trug, darf man als Programm verstehen und als Signal für den ersehnten Neuanfang. Dass in vieler Hinsicht die Kirche wieder aufgebaut werden muss, hat auch Benedikt XVI. gewusst, spätestens seit er durch den Bericht der drei Kardinäle über Intrigen und Seilschaften im Vatikan erkennen musste, dass seine Kraft allein nicht reichen würde, der Kirche die nötige Glaubwürdigkeit zurückzugeben, wenn die, die ihn eigentlich unterstützen sollten, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Dass das Konklave so überraschend schnell zu Ende ging, zeigt, dass die Kardinäle in den vorausgehenden Beratungen die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse gezogen haben. Sie holten einen Mann, der Erfahrung in der Leitung einer großen Diözese und des damit verbundenen Apparates hat und der vor allem von außerhalb der Kurie kommt. Der also nicht verstrickt ist in das System aus Gefälligkeiten und offenen Rechnungen, Parteiungen und Seilschaften.

Franziskus I. sieht sich als Bischof, gemeinsam unterwegs mit dem Volk Gottes. Vor dem Hintergrund der Umstände der Wahl darf man das als Kritik am römischen Zentralismus und damit auch als Ansage an die Kurie verstehen. Er hat verstanden, dass die Menschen der Kirchenleitung wieder vertrauen müssen und dass auch die Kirchenleitung den Menschen vertrauen muss. Auch seine Bemerkung, dass die Kardinäle den neuen Pontifex „vom Ende der Welt“ holen mussten, darf man wohl so lesen: von möglichst weit weg von der Kurie, damit ein Neuanfang möglich wird. Benedikt XVI. hatte es versucht, und seine Kräfte haben nicht gereicht. Wünschen wir Papst Franziskus, dass er die Kraft hat, sich gegen erwartbare Widerstände durchzusetzen und zudem die im letzten Jahrzehnt entstandene Totalidentifikation von Amt und Person zu ertragen. Dieser neue Papst, der die Menschen mit „Guten Abend“ begrüßte und sich mit „Gute Nacht“ verabschiedete, erinnert in seiner Einfachheit an Johannes XXIII. Darin, dass er als Erstes ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du Maria für seinen Vorgänger betete, dass er am Anfang des „gemeinsamen Wegs“ um das Gebet der Gläubigen bat und um ihren Segen, bevor er sie segnete, zeigt sich ein liebenswürdiger und großartiger Mensch, der hoffen lässt.

Nach der Papstwahl 2005 wurde gesagt, dass Kardinal Bergoglio die zweitmeisten Stimmen gehabt und durch seinen Rücktritt den Weg für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. frei gemacht habe. Nun hat Benedikt XVI. durch seinen Rücktritt den Weg frei gemacht für Jorge Mario Bergoglio/Franziskus I. Darin zeigt sich nicht nur, dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Noch vielmehr zeigt sich darin, dass sie immer wieder in der Geschichte, so wie jetzt, auf fast unerklärliche Weise und wohl auch ein bisschen mit der Hilfe des Heiligen Geistes imstande ist, eine unglaubliche Kraft zur Reform und zum Neuanfang aufzubringen.

Burkhard Menke



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  • Juni

    Er ist einer der beliebtesten Heiligen und trotzdem kennen viele seine Geschichte nicht: Neugierig geworden? Wenn Sie wissen wollen, wen wir meinen, dann dürfen Sie sich schon auf die nächste Ausgabe von Gemeinsam Glauben und die Rubrik „Heiliger des Monats“ freuen. Genauso wie auf die nächsten Extraseiten unserer Beilage zum Heiligen Jahr, die wieder Wissenswertes und Kurioses zum Jubiläum beinhaltet. Und natürlich den großen Essay, diesmal zum spannenden Thema „Priestertum“.