Die Themen des aktuellen Hefts

Durch Güte zur festen Gemeinschaft

  • Das Thema

    Weihnachten

  • Im Wortlaut

    Nie mehr Krieg!

  • Römische Notizen

    Europas größtes Kinderkrankenhaus

  • Heilige des Monats

    Ambrosius von Mailand

  • Wort für den Weg

    Von der Freude der Gnade

Editorial des aktuellen Hefts

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Papst

Es war ein schönes Zusammentreffen, dass Papst Franziskus vor einem Jahr ausgerechnet am 1. Adventssonntag neun Jugendlichen in der römischen Pfarrei San Cirillo Alessandrino das Sakrament der Firmung spendete. Gegen Ende der Predigt fragte Franziskus: „Wollt ihr in eurem Leben Jesus begegnen?“

Gerade zu Beginn der Adventszeit ist das eine Frage, die sich nicht nur an junge Christen richtet, sondern an uns alle. In vier Wochen ist Weihnachten. Wir bereiten uns vor auf die Ankunft des Herrn und konzentrieren uns doch oft eher auf die Ankunft von Verwandten und Freunden. Es ist schwierig geworden in unserer Zeit, das große Geschenk, das Gott uns mit Weihnachten macht, in uns wirken zu lassen. Dabei helfen die Gedanken von Papst Franziskus: In seiner einfachen, direkten Sprache treffen uns seine Worte in diesem „Gemeinsam glauben“ ins Herz, sie sind Ermutigung und Hoffnung. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Advent und Momente der Besinnung. Wollen Sie in Ihrem Leben Jesus begegnen?

Herzlichst, Ihr André Lorenz

Der neue Papst in Text und Bild

Stefan von Kempis: Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Franz von Assisi hatte einen Traum, in dem Gott zu ihm sagte: „Baue meine Kirche wieder auf!“ Und in der Tat war es die franziskanische Bewegung, die die Kirche in vielen Zerreißproben lebendig hielt, die Ernst machte mit dem Glauben, in großer Liebe zu den einfachen und armen Menschen und zur Schöpfung. Dass der neue Papst sich diesen Namen gegeben hat, den vor ihm kein Papst trug, darf man als Programm verstehen und als Signal für den ersehnten Neuanfang. Dass in vieler Hinsicht die Kirche wieder aufgebaut werden muss, hat auch Benedikt XVI. gewusst, spätestens seit er durch den Bericht der drei Kardinäle über Intrigen und Seilschaften im Vatikan erkennen musste, dass seine Kraft allein nicht reichen würde, der Kirche die nötige Glaubwürdigkeit zurückzugeben, wenn die, die ihn eigentlich unterstützen sollten, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Dass das Konklave so überraschend schnell zu Ende ging, zeigt, dass die Kardinäle in den vorausgehenden Beratungen die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse gezogen haben. Sie holten einen Mann, der Erfahrung in der Leitung einer großen Diözese und des damit verbundenen Apparates hat und der vor allem von außerhalb der Kurie kommt. Der also nicht verstrickt ist in das System aus Gefälligkeiten und offenen Rechnungen, Parteiungen und Seilschaften.

Franziskus I. sieht sich als Bischof, gemeinsam unterwegs mit dem Volk Gottes. Vor dem Hintergrund der Umstände der Wahl darf man das als Kritik am römischen Zentralismus und damit auch als Ansage an die Kurie verstehen. Er hat verstanden, dass die Menschen der Kirchenleitung wieder vertrauen müssen und dass auch die Kirchenleitung den Menschen vertrauen muss. Auch seine Bemerkung, dass die Kardinäle den neuen Pontifex „vom Ende der Welt“ holen mussten, darf man wohl so lesen: von möglichst weit weg von der Kurie, damit ein Neuanfang möglich wird. Benedikt XVI. hatte es versucht, und seine Kräfte haben nicht gereicht. Wünschen wir Papst Franziskus, dass er die Kraft hat, sich gegen erwartbare Widerstände durchzusetzen und zudem die im letzten Jahrzehnt entstandene Totalidentifikation von Amt und Person zu ertragen. Dieser neue Papst, der die Menschen mit „Guten Abend“ begrüßte und sich mit „Gute Nacht“ verabschiedete, erinnert in seiner Einfachheit an Johannes XXIII. Darin, dass er als Erstes ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du Maria für seinen Vorgänger betete, dass er am Anfang des „gemeinsamen Wegs“ um das Gebet der Gläubigen bat und um ihren Segen, bevor er sie segnete, zeigt sich ein liebenswürdiger und großartiger Mensch, der hoffen lässt.

Nach der Papstwahl 2005 wurde gesagt, dass Kardinal Bergoglio die zweitmeisten Stimmen gehabt und durch seinen Rücktritt den Weg für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. frei gemacht habe. Nun hat Benedikt XVI. durch seinen Rücktritt den Weg frei gemacht für Jorge Mario Bergoglio/Franziskus I. Darin zeigt sich nicht nur, dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Noch vielmehr zeigt sich darin, dass sie immer wieder in der Geschichte, so wie jetzt, auf fast unerklärliche Weise und wohl auch ein bisschen mit der Hilfe des Heiligen Geistes imstande ist, eine unglaubliche Kraft zur Reform und zum Neuanfang aufzubringen.

Burkhard Menke



Stefan von Kempis: Franziskus I. Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
156 Seiten, gebunden, zahlreiche Fotos, durchgehend vierfarbig
€ 19,99 / SFr 28.90 / €[A] 20,60
ISBN 978-3-451-33408-5
Ein Gemeinschaftsprojekt des Verlags Herder und der Verlagsgruppe Weltbild

Jetzt bestellen!

Die nächsten Ausgaben

Themen der nächsten Ausgaben

Zeitschrift
  • Januar

    Die kommende Ausgabe wird die erste des neuen Jahres 2015 sein. Das Hauptthema wird dann eines sein, das uns alle beschäftigt, aber auf ganz unterschiedliche Weise: die Zeit. Weshalb der Papst davon so oft spricht und welche Bedeutung „Zeit“ für ihn und für unseren Glauben hat, das erfahren Sie im nächsten Heft.