Die Themen des aktuellen Hefts

Bedingung für Frieden

  • Das Thema

    Einsatz für den Frieden

  • Im Wortlaut

    Geburt, Todesangst und Auferstehung

  • Römische Notizen

    Die Gesandten des Heiligen Vaters

  • Heilige des Monats

    Notburga

  • Wort für den Weg

    Symbol der Hoffnung

Editorial des aktuellen Hefts

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Papst

das Thema Frieden ist für viele von uns weit weg. Die großen Kriege spielen sich anderswo ab. Wobei wir natürlich wissen, dass Frieden mehr bedeutet als nur das Fehlen von Krieg. Im 2. Korintherbrief ist Frieden sogar einer der Namen Gottes – Frieden und Gott, das gehört zusammen. Oft versteckt sich hinter Unfrieden als letzte Ursache ein verdrehtes Gottesbild. Das hat keiner so scharfsinnig auf den Punkt gebracht wie der emeritierte Papst Benedikt XVI.: Einerseits sah er 2011 in Assisi „kämpferische Atheisten“ am Werk, die praktisch die Hoffnung aufgegeben hätten, „dass es die Wahrheit gibt und dass wir auf sie hin leben können und müssen“. Andererseits sah er Menschen in den Religionen, die Gott „als ihr Besitztum“ betrachteten, „so dass sie sich zur Gewalt über andere legitimiert fühlen“. Wer den Frieden wolle, so Benedikt, der müsse „nach der Wahrheit“ suchen, „nach dem wirklichen Gott“. Bei dieser Suche nach Gott, der der Friede ist, will Sie diese Ausgabe von „Gemeinsam glauben“ begleiten.

Ihr Stefan von Kempis

Der neue Papst in Text und Bild

Stefan von Kempis: Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Franz von Assisi hatte einen Traum, in dem Gott zu ihm sagte: „Baue meine Kirche wieder auf!“ Und in der Tat war es die franziskanische Bewegung, die die Kirche in vielen Zerreißproben lebendig hielt, die Ernst machte mit dem Glauben, in großer Liebe zu den einfachen und armen Menschen und zur Schöpfung. Dass der neue Papst sich diesen Namen gegeben hat, den vor ihm kein Papst trug, darf man als Programm verstehen und als Signal für den ersehnten Neuanfang. Dass in vieler Hinsicht die Kirche wieder aufgebaut werden muss, hat auch Benedikt XVI. gewusst, spätestens seit er durch den Bericht der drei Kardinäle über Intrigen und Seilschaften im Vatikan erkennen musste, dass seine Kraft allein nicht reichen würde, der Kirche die nötige Glaubwürdigkeit zurückzugeben, wenn die, die ihn eigentlich unterstützen sollten, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Dass das Konklave so überraschend schnell zu Ende ging, zeigt, dass die Kardinäle in den vorausgehenden Beratungen die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse gezogen haben. Sie holten einen Mann, der Erfahrung in der Leitung einer großen Diözese und des damit verbundenen Apparates hat und der vor allem von außerhalb der Kurie kommt. Der also nicht verstrickt ist in das System aus Gefälligkeiten und offenen Rechnungen, Parteiungen und Seilschaften.

Franziskus I. sieht sich als Bischof, gemeinsam unterwegs mit dem Volk Gottes. Vor dem Hintergrund der Umstände der Wahl darf man das als Kritik am römischen Zentralismus und damit auch als Ansage an die Kurie verstehen. Er hat verstanden, dass die Menschen der Kirchenleitung wieder vertrauen müssen und dass auch die Kirchenleitung den Menschen vertrauen muss. Auch seine Bemerkung, dass die Kardinäle den neuen Pontifex „vom Ende der Welt“ holen mussten, darf man wohl so lesen: von möglichst weit weg von der Kurie, damit ein Neuanfang möglich wird. Benedikt XVI. hatte es versucht, und seine Kräfte haben nicht gereicht. Wünschen wir Papst Franziskus, dass er die Kraft hat, sich gegen erwartbare Widerstände durchzusetzen und zudem die im letzten Jahrzehnt entstandene Totalidentifikation von Amt und Person zu ertragen. Dieser neue Papst, der die Menschen mit „Guten Abend“ begrüßte und sich mit „Gute Nacht“ verabschiedete, erinnert in seiner Einfachheit an Johannes XXIII. Darin, dass er als Erstes ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du Maria für seinen Vorgänger betete, dass er am Anfang des „gemeinsamen Wegs“ um das Gebet der Gläubigen bat und um ihren Segen, bevor er sie segnete, zeigt sich ein liebenswürdiger und großartiger Mensch, der hoffen lässt.

Nach der Papstwahl 2005 wurde gesagt, dass Kardinal Bergoglio die zweitmeisten Stimmen gehabt und durch seinen Rücktritt den Weg für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. frei gemacht habe. Nun hat Benedikt XVI. durch seinen Rücktritt den Weg frei gemacht für Jorge Mario Bergoglio/Franziskus I. Darin zeigt sich nicht nur, dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Noch vielmehr zeigt sich darin, dass sie immer wieder in der Geschichte, so wie jetzt, auf fast unerklärliche Weise und wohl auch ein bisschen mit der Hilfe des Heiligen Geistes imstande ist, eine unglaubliche Kraft zur Reform und zum Neuanfang aufzubringen.

Burkhard Menke



Stefan von Kempis: Franziskus I. Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
156 Seiten, gebunden, zahlreiche Fotos, durchgehend vierfarbig
€ 19,99 / SFr 28.90 / €[A] 20,60
ISBN 978-3-451-33408-5
Ein Gemeinschaftsprojekt des Verlags Herder und der Verlagsgruppe Weltbild

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  • Oktober

    Vom 5. bis 19. Oktober findet in Rom eine Außerordentliche Bischofssynode zum Thema Familie statt. In der nächsten Ausgabe erklären wir, was so eine Synode überhaupt ist, wie sie genau funktioniert und vor allem, wie viel das Thema Familie für Papst Franziskus und die Zukunft der Kirche bedeutet.