Die Themen des aktuellen Hefts

Heilig werden kann man überall und jederzeit

  • Das Thema

    Ruf zur Heiligkeit

  • Im Wortlaut

    Ohne Furcht und ohne Angst

  • Römische Notizen

    Dem Himme nahe

  • Selige des Monats

    Die Mystikerin des Münsterlandes

  • Wort für den Weg

    Umkehr konkret

Editorial des aktuellen Hefts

Liebe Leserinnen und Leser,

Papst

alle Heiligen Pforten in Rom sind nun geöffnet! Die letzte, die Heilige Pforte der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, hat Papst Franziskus vor allem im Blick auf die Ökumene geöffnet. Das zeigt uns deutlich und macht uns noch einmal klar: Das Heilige Jahr soll ganz besonders auch in der Gemeinschaft mit allen Christen gefeiert werden. Nichts was uns hindert, soll bestehen bleiben. Und so stehen die Kirchentüren für ihn auch als Symbol für die verschlossenen Türen unserer Herzen und unseres Denkens. „Ut unum sint“ – daran erinnert Papst Franziskus uns immer wieder. Dem gegenüber scheinen die großen, in der Ökumene strittigen Themen von Beichte und Ablass zu stehen, die dieses Heilige Jahr ebenfalls sehr prägen. Franziskus sieht das nicht als Gegensatz, vielmehr als Ansporn den gemeinsamen Weg zu Gott – oder wie in diesem Heft im Essay ab Seite 2 beschrieben – zur gemeinsamen Heiligkeit zu finden und zu gehen. In der Fastenzeit ist es an uns zu prüfen, was uns auf dem Weg zur Einheit mit Gott hemmt. Heilige sollen wir werden, Heilige im Alltag, mit dem Blick auf Christus. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Fastenzeit im Jahr der Barmherzigkeit.

Ihr
Björn Siller




Aktuell: Auswertung unserer Umfrage zum Thema "Buße" (PDF)

Der neue Papst in Text und Bild

Stefan von Kempis: Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Franz von Assisi hatte einen Traum, in dem Gott zu ihm sagte: „Baue meine Kirche wieder auf!“ Und in der Tat war es die franziskanische Bewegung, die die Kirche in vielen Zerreißproben lebendig hielt, die Ernst machte mit dem Glauben, in großer Liebe zu den einfachen und armen Menschen und zur Schöpfung. Dass der neue Papst sich diesen Namen gegeben hat, den vor ihm kein Papst trug, darf man als Programm verstehen und als Signal für den ersehnten Neuanfang. Dass in vieler Hinsicht die Kirche wieder aufgebaut werden muss, hat auch Benedikt XVI. gewusst, spätestens seit er durch den Bericht der drei Kardinäle über Intrigen und Seilschaften im Vatikan erkennen musste, dass seine Kraft allein nicht reichen würde, der Kirche die nötige Glaubwürdigkeit zurückzugeben, wenn die, die ihn eigentlich unterstützen sollten, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Dass das Konklave so überraschend schnell zu Ende ging, zeigt, dass die Kardinäle in den vorausgehenden Beratungen die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse gezogen haben. Sie holten einen Mann, der Erfahrung in der Leitung einer großen Diözese und des damit verbundenen Apparates hat und der vor allem von außerhalb der Kurie kommt. Der also nicht verstrickt ist in das System aus Gefälligkeiten und offenen Rechnungen, Parteiungen und Seilschaften.

Franziskus I. sieht sich als Bischof, gemeinsam unterwegs mit dem Volk Gottes. Vor dem Hintergrund der Umstände der Wahl darf man das als Kritik am römischen Zentralismus und damit auch als Ansage an die Kurie verstehen. Er hat verstanden, dass die Menschen der Kirchenleitung wieder vertrauen müssen und dass auch die Kirchenleitung den Menschen vertrauen muss. Auch seine Bemerkung, dass die Kardinäle den neuen Pontifex „vom Ende der Welt“ holen mussten, darf man wohl so lesen: von möglichst weit weg von der Kurie, damit ein Neuanfang möglich wird. Benedikt XVI. hatte es versucht, und seine Kräfte haben nicht gereicht. Wünschen wir Papst Franziskus, dass er die Kraft hat, sich gegen erwartbare Widerstände durchzusetzen und zudem die im letzten Jahrzehnt entstandene Totalidentifikation von Amt und Person zu ertragen. Dieser neue Papst, der die Menschen mit „Guten Abend“ begrüßte und sich mit „Gute Nacht“ verabschiedete, erinnert in seiner Einfachheit an Johannes XXIII. Darin, dass er als Erstes ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du Maria für seinen Vorgänger betete, dass er am Anfang des „gemeinsamen Wegs“ um das Gebet der Gläubigen bat und um ihren Segen, bevor er sie segnete, zeigt sich ein liebenswürdiger und großartiger Mensch, der hoffen lässt.

Nach der Papstwahl 2005 wurde gesagt, dass Kardinal Bergoglio die zweitmeisten Stimmen gehabt und durch seinen Rücktritt den Weg für Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. frei gemacht habe. Nun hat Benedikt XVI. durch seinen Rücktritt den Weg frei gemacht für Jorge Mario Bergoglio/Franziskus I. Darin zeigt sich nicht nur, dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Noch vielmehr zeigt sich darin, dass sie immer wieder in der Geschichte, so wie jetzt, auf fast unerklärliche Weise und wohl auch ein bisschen mit der Hilfe des Heiligen Geistes imstande ist, eine unglaubliche Kraft zur Reform und zum Neuanfang aufzubringen.

Burkhard Menke



Stefan von Kempis: Franziskus I. Der neue Papst – Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
156 Seiten, gebunden, zahlreiche Fotos, durchgehend vierfarbig
€ 19,99 / SFr 28.90 / €[A] 20,60
ISBN 978-3-451-33408-5
Ein Gemeinschaftsprojekt des Verlags Herder und der Verlagsgruppe Weltbild

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Zeitschrift
  • März

    Vor drei Jahren war es, das ein Kardinal vom „anderen Ende der Welt“ zum Papst gewählt wurde. Seitdem hat dieser Mann, der sich den Namen Franziskus gab, viel bewegt und erreicht. Wir blicken gemeinsam mit Ihnen zurück auf die wichtigsten Ereignisse und ziehen Bilanz. Außerdem geht es in der nächsten Ausgabe um den heiligen Johannes von Gott und sein ereignisreiches Leben sowie ganz besondere Missionare, die jetzt im Heiligen Jahr eine wichtige Aufgabe übertragen bekommen haben.